Was ist ein Lektorat?

Was ist ein Lektorat? Welche Aufgaben werden beim Lektorat übernommen? Der Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL) bringt es mit seiner simplen Definition auf den Punkt:

„Lektorinnen und Lektoren optimieren Texte.“ (Quelle: VFLL)

 

Aufgaben beim Lektorat: Optimierung, aber welche?

Der Schwerpunkt beim Lektorat liegt auf der sprachlichen Optimierung. Der Text wird also in Hinblick auf Stil, Ausdruck und Wortwahl verbessert.

Meist ist auch das Korrektorat Teil des Lektorats. Das heißt: Neben der sprachlichen Überarbeitung erfolgt auch eine Verbesserung von Tipp-, Rechtschreib-, Grammatik- und Beistrichfehlern.

Zudem gibt es unter Umständen auch Vorschläge zu Inhalt und dem „Roten Faden“. Auch das gehört zu den Aufgaben im Lektorat. Welche Leistungen genau inkludiert sind, ist allerdings von der Bearbeitungstiefe abhängig, die mit dem Lektor/der Lektorin vereinbart wurde.

Aufgaben beim Lektorat

 

Sprachliches (stilistisches) vs. inhaltliches Lektorat

Viele Lektoren/innen unterscheiden zwischen einem sprachlichen (stilistischen) und einem inhaltlichen Lektorat, die jeweils zu einem anderen Preis angeboten werden.

Sprachliches Lektorat vs. inhaltliches Lektorat

Die Aufgaben beim sprachlichen Lektorat wurden oben bereits besprochen (Stichwort: sprachliche Optimierung). Zum inhaltlichen Lektorat gehört auch, Fakten zu überprüfen. Das lässt sich am besten mit einem Beispiel erklären. Nehmen wir an, in einem Text steht der folgende Satz:

„Die Charta der Menschenrechte wurde 1848 im Palais de Chaillot in Paris verkündet.“

Die Aufgabe des Lektors/der Lektorin ist es nun, die im Satz enthaltenen „Hard Facts“ zu überprüfen. Diese betreffen hier die Jahreszahl und den Ort. Die Prüfung der Fakten erfolgt mit Hilfe einer Internetrecherche. Dabei stellt sich heraus, dass die Charta erst 1948 verkündet wurde. Der Lektor/die Lektorin korrigiert die Jahreszahl also mit einem entsprechenden Vermerk.

 

Wissenschaftliches Lektorat: Was versteht man darunter?


Wissenschaftliches Lektorat und Wissenschaftslektorat

Eine Sonderform des Inhaltlichen Lektorats ist das Wissenschaftliche Lektorat, auch Wissenschaftslektorat genannt. Neben der bereits mehrmals angesprochenen sprachlichen Optimierung achtet der Lektor/die Lektorin dabei besonders auf die Gepflogenheiten des wissenschaftlichen Schreibens und Arbeitens.

Es werden unter anderem folgende Punkte überprüft:

  • Wird in der Einleitung der Aufbau der Arbeit beschrieben?
  • Gibt es ein Fazit?
  • Ist der Rote Faden erkennbar? 

Gewöhnlich wird auch hier ein stichprobenartiger Faktencheck durchgeführt. Manchmal ist auch eine Prüfung der Zitierweise im Preis enthalten. Dabei überprüft der Lektor/die Lektorin, ob die Zitierrichtlinien in der Arbeit richtig umgesetzt wurden. 

 

Zusammenfassung: Was ist ein Lektorat?

Wir halten also fest: Beim Lektorat geht es vor allen Dingen um die sprachliche Optimierung eines Textes. Zumeist ist auch die Korrektur von Tipp-, Grammatik- und Rechtschreibfehlern im Preis inbegriffen. Zum Inhaltlichen Lektorat gehört gewöhnlich auch ein Faktencheck, was allerdings mit einem höheren Preis verbunden ist. Auch bei der Sonderform des Inhaltlichen Lektorats, dem Wissenschaftlichen Lektorat, überprüft der Lektor/die Lektorin gewöhnlich strichprobenartig die Fakten und kontrolliert, ob die Zitierrichtlinien richtig umgesetzt wurden. 

Dieser Artikel könnte Dich auch interessieren: Ist ein Lektorat Deiner Bachelorarbeit legal?